Review: Lil‘ Wayne – I Am Not a Human Being II (Track By Track)

Weezy F. Baby ist zum zweiten Mal kein menschliches Wesen! Kein anderer Rapper ist in den letzten Jahren so sehr zur Kunstfigur avanciert, wie der kleine Mann aus New Orleans. Das zehnte Studioalbum des „pill poppin‘ Animals“, sollte ja eigentlich bereits letzten Herbst das Licht der Welt erblicken, ein gutes halbes Jahr später, ist es heute soweit. Die Singles “My Homies Still“ (feat. Big Sean), “No Worries“ (feat. Detail) und “Bitches Love Me” (feat. Drake & Future), geisterten ja bereits seit geraumer Zeit durchs World Wide Web (und die Billboard Charts) und geben einen guten Vorgeschmack auf den Sound des Longplayers:

Doch beginnen wir von vorne: Ein E-Piano-Solo leitet das Intro “IANAHB“ ein und ein gutaufgelegter Tunechi macht uns klar, dass er (immernoch) der Shit ist, als ob wir das noch nicht wüßten. “Hello World“! Drums werden überbewertet.
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Curtains“ featuret Boo, den der Ein, oder Andere vielleicht noch von R. Kelly’s „Fiesta“ kennt und stellt Track 2 der CD dar. War schon im Vorfeld bekannt und klingt irgendwie nach einem Mixtape-Leftover der „Dedication„-Reihe. Hätte man sich sparen können, außerdem nervt die Autotune-Hook („man I swear to god, I aint nervous“) spätestens nach dem dritten Durchlauf.
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Hookmaster 2 Chainz bereichert „Days and Days“ mit grandiosen Lines, wie „my first Chain had a twin“, oder „I named my Pistol last name Fuck, first name I Dont give a“. Damit macht er Weezy, was die Aussagekräftigkeit der Lyrics angeht, auf jeden Fall Konkurenz, Spaß machts aber alle Mal, der geballten Ignoranz der Beiden zu lauschen.
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Thematisch geht es auch auf dem vierten Track weiter: Gudda Gudda, Juicy J und Wayne fachsimpeln in „Gunwalk“ über große, kleine, lange und böse Knarren. „Yeah Hoe“!
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Zu “No Worries“ (feat. Detail) braucht nicht viel gesagt zu werden, Weezy flowt gut ab, aber auch hier macht die Hook den Song auf Dauer leider ungenießbar. Detail braucht kein Mensch und dass der Herr Carter keine Worries hat, war uns ja auch schon irgendwie klar…
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Back To You“ schlägt dann etwas rockigere, dennoch ruhigere Töne an. Die „Sould I call somebody else? Cause girl it’s almost twelve and this dick won’t suck itself“-Line, hat mich jedenfalls zum Lachen gebracht, geht klar!
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Dass Soulja Boy nicht mit außergewöhnlichem Raptalent gesegnet wurde, ist keine Neuigkeit, aber was er auf „Trigger Finger“ darbietet, ist schon eine absolute Frechheit. Noch stupider geht’s kaum, da hätte ebensogut Moneyboy seinen Platz einnehmen können. Worum’s in „Trigger Finger“ geht? Na ratet mal…
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Das Grundproblem der Platte, setzt sich auch auf Track 8 „Beat The Shit“ fort: Genialer Beat, ein cooler Gunplay-Verse, aber der Accapella-Autotune-Break vor der Hook turnt einfach so ekelhaft ab, dass man überlegt, Lil Wayne wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses, anzuzeigen. Schade drum!
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„Rich As Fuck“ stellt für mich dann den ersten, richtigen Hit der Platte dar. 2 Chainz schafft es (nach „Fucking Problems„) erneut, mit nur einem Satz, den Refrain als Ohrwurm in unseren Köpfen festzusetzen. Der T-Minus Beat zerstört aber auch bös! „R.I.P. – Rest in Pussy!“

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Juicy J ist wieder mal am trippen! Das etwas hängengebliebene Three-6-Mafia-Mitglied, hat es mit seinen Hits „Bands A Make Her Dance“ und „Zip and a Double Cup“, letztes Jahr geschafft, selbst die schäbigste Dorfdisko zum Kochen zu bringen. Und auch „Trippy“ geht gut ab! Diverse Drogen-, bzw. Purpledrank-Erfahrungen werden hier sehr authentisch zelebriert. Wer Lil‘ Tunechi mal so richtig auf Sizzurp und co. sehen möchte, sollte sich im Übrigen die legendäre Carter 3 Dokumentation, reinziehen! „Weed, Pills, and that Drank – that’s my Trippy-kit!“
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Ob Bitches Future, Drake und Weezy wirklich lieben, oder ob’s Ihnen nur um die Kohle geht, vermag ich nicht zu beurteilen. “Bitches Love Me” gefällt schon irgedwie, Future empfinde ich persönlich allerdings als nicht-liebeswert. Und warum die schönsten Frauen immer auf die reudigsten Kerle reinfallen, ist mir auch ein Rätsel…
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Romantisch wird es auf Track 12: „I fucked you on your Job and that’s romance“. Statt Kerzen und Rotwein gibt es bei Weezy nur Schwanz! „She even did anal, when she don’t do anal“, mehr muss an dieser Stelle nicht gesagt werden!
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„God Bless America“ erinnert an die großen Momente auf „Carter III„. Starker Track! „God bless America, this whole godless America“
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Und dann schonwieder Soulja Boy! Diesmal zum Glück nur am Beat! Das „Pussy Monster“ Wayne mag’s feucht und erzählt uns auf „Wowzers„, was er mit seiner Zunge, die anscheinend eine AK ist, so alles anstellt. Und wenn dann noch Trina mit Aussagen wie „Lay on that bed, and open your mouth“, oder „fuck me till Day break, than you can go Skate“ rumkommt, ist alles vorbei! Squirt!
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Cool & Dre gibt es auch noch und sie machen jetzt Rock! „Hello“ klingt ein bisschen nach Limp Biskit in Geil. Der kleine Mann dreht richtig gut am Rad und wir bekommen Lust ihn mal Live zu sehen! „Skate, Smoke, Fuck“, hier werden die essentiellen Bedürfnisse des Weezy’s deutlich. Der Part von Profiskater Shane Heyl hätte allerdings nicht zwangsläufig sein müssen!
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Kommen wir zu den Bonus Tracks der mir vorliegenden Version von “IANAHB“: Major Lazer-Drittel Diplo liefert einen „stupid beat“, der uns schon als Instrumentalversion auf der ein, oder anderen Trap-Party über den Weg gelaufen ist. Die YMCMB-Verstärkung, in Form von Nicky Minaj und Cory Gunz (der überzeugen kann), machen „Lay It Down“ aber auch nicht unbedingt runder.
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Rockiger Cool & Dre-Sound zum Zweiten. Diesmal hat Dre (ohne Dr.) es sich nicht mal nehmen lassen, die ziemlich poppige Hook zu trällern. Kann man machen, muss man aber nicht…
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Abschließend hat uns Weezy nochmal das, schon fast seit einem Jahr veröffentlichte “My Homies Still“, draufgepackt, was meines Erachtens auch nicht nötig gewesen wäre, aber ok, einem geschenkten Gaul, schaut man ja nicht in’s Maul, oder?

Muss man sich „I Am Not a Human Being II“ nun kaufen? Muss man nicht! Schlecht ist Tunechi’s zehnter Langspieler nicht, wer sich aber einen Klassiker wie „Carter III“ erhofft, der hat zu hohe Erwartungen. Zu viele störende Autotune-Singsang-Parts, zu wenig Innovation. Vor allem thematisch wird das Album schnell langweilig, denn auch wenn man keine Themen erwartet, 18 Songs über Wayne’s kranken Alltag, zwischen Codein, Bitches, Knarren und sehr viel Kohle, sind einfach zu eintönig. Muss man halt mögen, oder nicht…Zum Anspielen empfehle ich „Trippy Kit„, „Rich As Fuck“ und „Hello„.

Vor ca. 2 Wochen kam, mitten in der Nacht, auf der Tanzfläche eines Clubs, ein aufgelöster Mensch zu mir und behauptete Lil‘ Wayne wäre tot! Am nächsten Morgen stellte sich dann raus, dass er tatsächlich auf der Intensivstation liegt und sein Zustand kritisch ist. Promo oder nicht, sei mal dahingestellt…
Lieber Lil‘ Wayne, falls du das liest: Tu dir selber einen Gefallen und „slow it down a little“, sodass du uns noch ein bisschen erhalten bleibst. Und vielleicht noch irgendwann „Carter V“ droppst! Bis dahin sind dann Soulja Boy, Future und Autotune hoffentlich out…!!!

5 / 10 Spritzen

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